Kinofilm «The Illusion of Abundance» – Drei Frauen, drei Länder, drei Kämpfe
Mit anschliessendem Podiumsgespräch
Im Zusammenhang mit der Lancierung von KOVI II, der Neuauflage der Konzernverantwortungsinitiative, die in ihrer ersten Version am 29.11.2020 zwar 50.7% Ja-Stimmen erhielt, jedoch am Ständemehr scheiterte, wurde diese Veranstaltung im KinoK in St. Gallen durchgeführt. Im Anschluss an die Filmvorführung «The Illusion of Abundance» diskutierten Annina Dalbert, Juristin von Public Eye und Hauke Schlesier, ein Umweltingenieur, der sich vor Jahren bei der Klimajugend in Deutschland an vorderster Front engagiert hatte und mittlerweile auch in der Schweiz als Umweltaktivist in Erscheinung getreten ist. Die Fachstelle Kirche und Wirtschaft wurde in der Rolle als wesentliche Schnittstelle zwischen Wirtschaftsethik und Menschenrechten ebenfalls eingeladen. Moderiert wurde das Gespräch von Corinne Riedener, Journalistin aus St. Gallen.
Die Filmvorstellung war an diesem Abend ausverkauft (ca. 120 Personen) und das Publikum war interessiert und offensichtlich gut informiert. Corinne Riedener führte das Gespräch ausgezeichnet und konnte die wesentlichen Punkte dieser Thematik herausschälen, ohne dass die Initiative zu stark im Vordergrund stand oder die Diskussion zu politisch oder zu emotional wurde. Verschiedene Stimmen aus dem Publikum zeigten, dass der Standort Zug und insbesondere die Firma Glencore wiederum im Zentrum der Kritik stehen, wobei schnell klar wurde, dass noch viele weitere und weitgehend unbekannte Firmen und auch andere Standorte in der Schweiz genauso betroffen sind.
Der Fachstellenleiter konnte sich zu den Themen der Wirtschaftsethik und der Menschenrechte einbringen und in erster Linie als Brückenbauer und Vermittler positionieren. Sein Hinweis, dass es nebst der Aufmerksamkeit der Aktivisten und der medialen Präsenz durch ihre Aktionen gilt, die Sprache der im Fokus stehenden Organisationen, Firmen und Personen zu finden, um den Dialog zu führen, wurde dabei gehört und unterstützt. Es gab in der ganzen Diskussion keine kritischen oder anklagenden Voten gegenüber der Kirche und ihrer Haltung in dieser Situation.
Rückblickend kann gesagt werden, dass die Teilnahme wichtig und richtig war und dadurch sicher keine negativen Kommentare gegenüber der Kirche oder der Fachstelle entstanden sind. Im Gegenteil, beim anschliessenden Apéro gab es konstruktive Gespräche und positive Rückmeldungen zum Input und der Haltung des Forums.
Fazit
Die Bewahrung der Schöpfung und die Einhaltung der Menschenrechte und Ethik in der Wirtschaft sind zentrale Themen der Kirche und sie darf sich deshalb auch in dieser politisch wichtigen Diskussion nicht in Zurückhaltung üben. Es geht darum für die christlich-ethischen Werte einzustehen und zu zeigen, dass sie an aktuellen und wichtigen Themen des Alltags interessiert ist und kompetent dazu Stellung nimmt. Es ist eine Chance, sich zu Positionieren und Profil zu zeigen sowie zu Vermitteln und den Dialog zu führen.
Das Forum Kirche und Wirtschaft könnte dazu eine wichtige Scharnierfunktion übernehmen.
